"Wenn Sie Menschen in großen Unternehmen dazu bringen wollen, etwas Interessantes zu tun, dann ist es unter Umständen am einfachsten, das Unternehmen pleite gehen zu lassen und diese Menschen in andere Jobs zu stecken. Es ist oftmals komplizierter, existierende Institutionen zu verändern, als neue Institutionen ins Leben zu rufen."
Ich habe vor ein paar Monaten dieses Video für den deutschen Ableger von Etsy gemacht. Nun soll es für den Deutschen Webvideopreis nominiert werden. Helft mit und verteilt es im Netz via Twitter, G+, Facebook, etc. Danke! Hier:
"Wir sollten heutzutage von Design erwarten dass es unser Leben nicht nur bequemer macht, sondern auch Dinge bewusst unbequemer macht und Fragen stellt."
"Claire Denis war es wiederum, glaube ich, die die Filmgeschichte folgendermaßen beschrieben hat: Erst wurden Filme über das Leben gemacht, dann Filme über das Leben und andere Filme, dann Filme über Filme und Filmrezeption, dann Filme für Festivals."
"Demnach fehlt es allein an genügend kreativen Köpfen, die die Potentiale beider Medien, des Internets und des Fernsehens, verinnerlicht haben, und diese beiden Medien als ein Medium denken und neue Formen dafür entwickeln können."
Habe mein Lehrkonzept vom Oktober 2011 für die Juniorprofessur Experimentelle Televisionen wieder gefunden und bin überrascht, wie wenig sich meine darin beschriebene Grundannahme seither verändert hat. Warum die einen so hellsichtigen Kerl wie mich nicht haben wollten? Hm.
"M: Glory to the newborn kid… Ehre dem neugeborenen Kind…
J: Häh? Welchem Kind?
M: Weihnachten?! Kind?!
V: Ah, Juri!
J: Nee, Jenny!
V: Pina!"
Zum Frühstück trällert immer noch Charlie Browns Christmas Song Hark! The Herald Angels Sing, weil es alle so schön finden und ich so locker am übersetzen. Weihnachten bei Atheisten…
Unverhofft einen schönen Film gesehen. Searching for Sugar Man. Aber am besten jetzt nicht weiter lesen, sondern möglichst unwissend ins Kino gehen und den Film sehen, hören, staunen.
Have you ever had a fever, From a bitter-sweet refrain, Have you ever kissed the sunshine, Walked between the rain.
Well, just climb up on my music, And my songs will set you free, Well, just climb up on my music, And from there jump off with me.
Dachte immerzu, dass es eine Fake-Doku wäre, aber scheinbar hat sie sich doch genau so oder so ähnlich zugetragen, die Geschichte von Rodriguez, dem begnadeten Singer/Songwriter, der seine kurze Karriere nach zwei gefloppten Alben an den Nagel seiner Bruchbude in Detroit hängte und wieder seinen Gelegenheitsjobs als Bruchbudenabreißer und Kühlschrankträger nachging, ohne während der kommenden 25 Jahre je davon zu hören, dass er in Südafrika zum Held der Anti-Apartheid-White-Kids aufstieg, die seine zwei Alben millionenfach kauften und raubkopierten, nachdem irgendeine Freundin sie in das kulturell und politisch vollkommen isolierte Land mitgebracht hatte, wo er dann populärer war als die Rolling Stones, was ihm erst zu Ohren kam, als ein südafrikanischer Musikjournalist Detektiv spielen und herausfinden wollte, wie Rodriguez denn nun wirklich gestorben sei - mit einem Schuss in den Kopf, in den Arm oder doch per Selbstverbrennung auf offener Bühne -, dieser Journalist mit Hilfe eines anderen Fans den alten Kerl schließlich lebendig ans Telefon und später sogar wieder auf die Bühne vor ausverkaufte Hallen nach Südafrika holte, wo Rodriguez den wohlverdienten Ruhm aufsog, um dann wieder nach Detroit in seine Bruchbude zurück zu fliegen und alles Geld seiner Familie zu geben, weiter rackernd, Bescheidenheit pflegend, mit einem feinen Buddha-Lächeln seinen inneren Reichtum ermessend.
Es scheint als hätte Rodriguez (unfreiwillig?) den richtigen Weg des Ruhms gefunden: berühmt und anerkannt zu sein, ohne davon zu wissen und von der Freude und der Selbstverliebtheit beklopft zu werden.
Seitdem lausche ich und lausche und ja, besonders der obige Song Cause hat eine wuchtige Traurigkeit, die mich geradezu süchtig macht. Der Film lief im letzten Jahr auf vielen Festivals, vor allem Independent-Festivals, hat einige Preise bekommen und, dass es das kapitalismuskritische Occupy-Jahr war, ist wohl unbeabsichtigt aber passend zu der Underdog-Story.
Cause they told me everybody’s got to pay their dues And I explained that I had overpaid them So overdued I went to the company store and the clerk there said that they had just been invaded So I set sail in a teardrop and escaped beneath the doorsill
Na, es gäbe Einiges zu nörgeln an der Form und dem Pathos des Films vom Schweden Malik Bendjelloul, aber die irre Geschichte überdeckt dies letztlich. Scheinbar hat er vieles mit einem iPhone gedreht und eine Super8-App genutzt, selbst an seinem MacBook geschnitten und kurz vor Fertigstellung des Film war er wohl genauso arm wie seine Hauptfigur. Habe ich u.a. in dieser guten Zusammenfassung des Films und der Hintergründe bei 60 Minutes erfahren. Allerdings sieht es dort und in anderen Berichten so aus, als hätte man Rodriguez im Zuge der Veröffentlichung des Films dann doch etwas zu oft ins Rampenlicht gezerrt. 2012 hatte der Mann ein zweites großes Comeback, weltweit, mit ausverkaufter Tournee in den USA. Nicht immer wirkt er in den Fernsehinterviews souverän und bei sich, wie es in dem Doku-Film suggeriert wird. Da gab es wohl auch eine intimere Drehsituation mit kleinstem Team.
Hm. Irgendwie profitieren doch vor allem andere von dieser Geschichte. Fehlt nur noch, dass demnächst neue Stücke von ihm herausgebracht werden oder Tribute- und Cover-Alben…
Am Ende sieht es mir nun doch so aus, als hätte sich die Medienmaschine gierig auf ein armes Lämmchen im Wolfspelz gestürzt. Hm. Ich auch.
Es entsteht der Eindruck oberflächlicher Information. Verknüpfungen, die nicht unbedingt falsch sind, aber geschickt von der Tatsache ablenken, dass der Autor nicht weiß, was er sagen möchte. Der Autor füllt nur noch einen vorher festgelegten Platz mit Worten aus. Zeilengeld. Ein Beitrag zum Grundrauschen. Geschäftsmäßig.
SZ-Online-Chef macht sich Gedanken über Leserclubs. Kennt der die taz? Ausserdem brauchen wir mehr Watch Later Clubs! Aber am Ende schreibt er dann, was mir seit Langem auf der Zunge liegt: nicht immer nur meckern und jammern und sagen wie schlimm alles ist und was man eventuell machen könnte und alle anderen auch machen müssten. Sondern einfach machen!
Wir sehen inzwischen Grund zur Hoffnung, dass ein signifikanter Teil der digitalen Leser an unserer Zukunft interessiert ist.
Das schreibt sich schnell hin und bedeutet in Wahrheit noch viel Arbeit. Die kommenden Monate werden nicht leicht, vermutlich die kommenden Jahre. Aber sie werden nur leichter, wenn man sich das nicht die ganze Zeit sagt. Sondern macht.
Unser Ding im All. Gerade erst diesen Guardian-Artikel in einem älteren Papier-Freitag gelesen. Über die seit 35 Jahren laufende Voyager-Mission. Irre Bilder z.B. auch hier. Und z.B. das Foto von der Erde (wobei rechts der weiße Fleck natürlich die Sonne ist und die Erde nur weniger als ein Pixel groß ist, eher links).
“The Pale Blue Dot is a photograph of planet Earth taken in 1990 by the Voyager 1 spacecraft from a record distance of about 6 billion kilometers from Earth…” (wiki)
Aber auch toll die Idee der goldenen Schallplatte (Inhalt komplett online), die Bilder und Musik von der Erde durch den Orbit trägt, für eventuelle außerirdische Finder.
Dieses Foto von der Erde hab ich /haben wir 1990 wahrscheinlich nicht mitbekommen, weil es so etwas weltbewegendes wie den Mauerfall gab. Davon sehe ich nichts auf dem Bild.