ZEIT: Spielten Sie ein Instrument?
SENDAK: Nein, ich pfiff. Ich pfiff sehr gut. Richtige Melodien, die ich auswendig lernte. Deshalb kann ich heute fast das ganze Mozart-Repertoire auswendig pfeifen.
—Da kenne ich noch einen bzw. zwei, die so pfeifen…
Interview mit Maurice Sendak: Ein kleines Stück Staub | ZEIT ONLINE
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I drew many buildings. I was surprised at how good my drawing was. I called Mr. Chen in Shanghai. I said “I quit filmmaking. From now on I will draw.” Be a painter. And draw only buildings in Khon Kaen. Mr. Chen was so happy. He said, “Let’s go for dinner”. He’s happy I stopped doing movies. — Aus einem neuen Kurzfilm von Apichatpong Weerasethakul: Ashes (2012). Gedreht mit Lomokino.
Online is a revolution. The Internet is a revolution. And we should be revolutionary in the content that we put on it, rather than derivative. And rather than mimic the shit of TV and make it worse, let’s say ‘fuck it.’ The Internet isn’t TV, it’s different, it’s better. Let’s make content that young people actually give a shit about. — VICE Founder Shane Smith: Online TV Could be Revolutionary, But It’s Just as Crappy as Regular TV | Betabeat (via frederikfrede)
(via frederikfrede)
So artifiziell meine Sendungen manchmal aussehen, ich versuche, sie dem menschlichen Sehen anzunähern. Und Wackeln gehört dazu. —
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Solange man Geld verdienen muss, muss man sich beleidigen lassen. — Denis Scheck zitiert Martin Walser in “Druckfrisch” (bei 18:52min)
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Ich glaube Stars sind die, die sich nicht darum kümmern. —
Und andere Sachen sagt Christian Petzold während der Pressekonferenz zu Barbara.
“Barbara Wolf, Arztin. ‘Sabine Kleist, sieben Jahre’. Was für ein genialer Name.”
Und kurz bevor Barbara aufbricht, blättert sie in dem Buch Aufzeichnungen eines Jägers.
Ich freu mich.
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Und dann noch vor der Berlinale den neuen Film von James Benning gesehen. Nightfall. Musste bei dem Titel zuerst an diesen hunderte Jahre alten Song von Cassandra Complex denken. Hat mit Benning natürlich gar nichts zu tun.
Bennings “Nightfall”, das ist 98 Minuten lang eine Einstellung von obigem Wald. Das wußte ich ja vorher. Trotzdem erschrecke ich kurz als das erste Bild auf der Leinwand erscheint: “Oh, und das jetzt 98 Minuten?” Ich mag stehende Einstellungen. The Pictures Don’t Move. Frage mich aber warum ich mir das 98, und nicht nur 45 Minuten lang anschauen soll? Folge weniger dem Film, folge mehr meinen Gedanken. Weil es passiert wirklich nichts.
Anfangs verschwinden sehr schnell die letzten Sonnenstrahlen in den Wipfeln. Dann bleibt alles die meiste Zeit gefühlt gleich. Kein Vogel, kein Tier, kein Blatt. Benning hat die Einstellung zweimal gedreht und sich für diese entschieden, da in der anderen der Wind zuviel Bewegung reinbrachte. Und weil tatsächlich ein Blatt durchs Bild segelte und Benning es einfacher fand, das ganze nochmal zu drehen, als das Blatt digital zu retuschieren.
Denn was Benning zeigen will, worauf der Film reduziert werden soll, ist das Dunkelwerden. Man merkt es aber zunächst nicht. Nur wenn man kurz wegnickt und für zwei Minuten die Augen schließt, sieht man die Veränderung der Lichtstimmung. Das ist wie mit dem Frosch im Kochtopf. M.B. hat es ausprobiert. Dann aber in der letzten halben Stunde geht alles sehr schnell. Dunkler und dunkler wird es, so dass mir sogar der Gedanke kommt, da sei langsam abgeblendet worden. Und plötzlich kommen die Wahrnehmungsverschiebungen und Astlöcher bilden Gesichter, schattige Baumstümpfe werden zu missgebildeten Gnomen.
Dramatischer (ja!) wird es zusätzlich durch die zum Ende hin spektakuläre Soundkulisse, der immer lauter quakenden Frösche eines im Bild nicht sichtbaren Tümpels. Vorher vernimmt man etliche Vogelgesänge, ein, zwei Geländewagen, knackende Äste, und ein stetes Rauschen wahr.
Zuletzt bleibt zwischen den Bäumen ein Himmelsfleckchen übrig, das sehr deutlich ein zur Fratze verzogenes Kleinkindgesicht erkennbar macht. Als mache sich jenes Kind über die Zuschauer lustig, das ganz am Anfang des Films in der ersten Reihe sitzend in die Waldstille hineinquiekte, bis es nach zehn Minuten mit seinen Eltern den Kinosaal verließ. Worüber selbst ich sehr froh war.
Und dann, am Ende Finsternis. Ach, und so schnell vorbei?
Wie wir vor Jahren schon mal im Filmkritik-Blog diskutierten, ist dies nun endlich Bennings konsequenteste Umsetzung seines (film)politischen Konzeptes. Damals hatte er immerhin noch 10 Einstellungen in einem Film versammelt, was mir bei seinem Anliegen Zeit radikal darzustellen, etwas inkonsequent vorkam. Aber es lag wohl vor allem an der technischen Beschränkung. 16mm-Rollen sind halt nur 10min lang. Digital ist besser.
Wie weit er das Spiel mit den langen Einstellungen formal noch treiben kann, frag ich mich. Scheinbar probiert er selbst schon neue Formen aus: die Re-Montage von Youtube-Material.
Der Film “Nightfall” gehört zu der jetzt auch in Berlin zu sehenden Ausstellung Two Cabins von Benning, in der es um die beiden Eskapisten Henry David Thoreau und Ted Kaczynski, dem “Una-Bomber”, die beide lange, einsam in Waldhütten hausten, geht. Scheint schon eine Weile zu gehen, dieses Cabin Project.
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When nothing is vanity nothing is too slow — DAVID BOWIE - The Motel
Neulich hab ich bei Do You Read Me?! die erste Ausgabe des neuen Schweizer Magazins Reportagen gekauft. Nur Reportagen, ohne Fotos, mit vereinzelten Infografiken. Mir gefällt, was ich bisher gelesen hab. Besonders die historische Reportage von Truman Capote über Tanger. Sehr fein. Nur die vereinzelten Anzeigen für “Highpotentials” in dem Heft, find ich seltsam.
Nun flattert hier die letzte Ausgabe der “Welt am Sonntag” rum und ich wundere mich, wie dort ohne große Worte eine Geschichte aus dieser ersten Reportagen-Ausgabe vom Oktober 2011 zur exklusiven Titelgeschichte und komplett abgedruckt wird. Ohne einen Hinweis auf die Erstveröffentlichung von Erwin Kochs Text über das an Leukämie sterbende Kind Sarah. Aber klar mit großen Fotos des Mädchens. Auch bei welt-online wurde die sehr lange Geschichte ohne Hinweise veröffentlicht und ist dort wohl ein großer Erfolg. Und dabei kann man seit Monaten auf der Webseite von Reportagen dem kompletten Text sogar als Hörbuch folgen.
Ändert nichts daran, dass es eine gute, formal sehr strenge und vor allem sehr, sehr traurige Geschichte ist. Aber irgendwie find ich diese Praxis schmutzig, so bekommt die Geschichte unnötigerweise etwas boulevardeskes. Und den Umgang mit der Quelle find ich auch verstörend: andere die (Magazin-)Arbeit machen lassen und sich selbst die Rosinen herauspicken, nenne ich das. Wahrscheinlich ist es jedoch so üblich. Oder?