A star is (re)born. Neben der irritierend guten Performance des Jungen, die für mich irgendwo zwischen unverstellt, natürlich, geschmeidig (let your body go with the flow) und perfekter Imitation, Aneignung der Ikone Madonna tingelt, ist auch das Video und dessen Entstehung ein tolles mediengeschichtliches Dokument. In so vieler Hinsicht. (Nachtrag: Hab erst jetzt gesehen, dass wiederum Madonnas Song Vogue nicht von dem gleichnamigen Printmagazin inspiriert wurde, sondern von einem Tanzstil der New Yorker Schwulenszene, der wiederum sich doch von dem Magazin ableitet. Also wer jetzt von wem? Und wen kopiert nun der Junge?)
Ich hab mir den Text noch nie so genau angehört, wie bei dieser Version, großartig… you are a superstar, yes that’s what you are, you know it. Ich glaube es ist nicht nur Verklärung zu denken, dass die Sehnsüchte dieses Jungen damals andere waren, als die der heutigen Superstars-Sein-Woller, oder?
Heute dachte ich auch, dass irgendwann der Zeitpunkt kommt an dem alles verfügbare, erhaltene Material der “Vergangenheit” (wie oben) digitalierst sein wird und ab dann alles entweder in Echtzeit dokumentiert wird oder manches gar nicht. Und dass nach der langen Phase der Digitalisierung, des “Umkopierens” und Bereitstellens, die Phase des Sortierens und der Aufbereitung kommt. Letztere hat zeitgleich mit der ersten schon angefangen, klar. Aber ich stelle mir die Arbeit an diesem Material einfacher und grundlegend anders vor, wenn es nur noch in eine Richtung wächst, statt in zwei. Hehe, dieser Gedanke setzt natürlich eine sehr naive Annahme eines “begrenzten” Wissens voraus… Ich geh mal besser ins Bett.
ME AT NINE, PERFORMING TO MADONNA IN SUMMER ‘91!
(Robert Jeffrey)
(via W.)